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Kurze Geschichte der Werra-Weser-Versalzung bis zum September 2014

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Die Versalzung von Werra und Weser durch den Kalibergbau in Hessen und in Thüringen - ein kurzer Abriss der historischen Entwicklung und die aktuellen Auseinandersetzungen um Sinn und Unsinn einer Salzpipeline in die Nordsee

Der versatzlose Kali- und Salzabbau untertage an der Grenze von Hessen und Thüringen führt seit über einem Jahrhundert zu gewaltigen Mengen an Rückständen.
Der trockene Teil wird oberirdisch zu riesigen Halden („Monte Kali“, „Kalimandscharo“) aufgeworfen, die Abwässer in den Fluss Werra eingeleitet oder in eine Gesteinsschicht (Plattendolomit) verpresst. Die seit 1925 erfolgte Verpressung unterlag in der DDR ab den 60ern einem zeitweiligen Moratorium, da Salzlauge bei Eisenach aufstieg. Daraufhin wurden die Abwässer in die Werra geleitet, was zu Spitzenwerten von über 30 g Clorid/l am Pegel Gerstungen führte. Zum Vergleich: Die maßgebliche Wasserrahmenrichtlinie der EU sieht 0,2 g als Grenzwert vor.

Die Qualität des Flusses leidet dementsprechend ab der Einleitung an den hohen Ionenwerten, v.a. von Kalium und Magnesium. Auch die Schäden an der Infrastruktur (Brücken, etc.) durch Korrosion sind im Laufe der Jahre erheblich. Das Trinkwasser wird durch Austreten der Laugen aus dem Plattendolomit in die grundwasserführende Buntsandsteinschicht und die bei Niederschlägen entstehenden Haldenwässer auf absehbare Zeit verunreinigt (HNA, 12.11.2008; inSüdthüringen, 18.11.2011).

Auch ist die genaue Zusammensetzung der Abwässer in Bezug auf bei der Produktion eingesetzte Zusatzstoffe unbekannt, weswegen die Auswirkungen einzelner Stoffe nicht beurteilt werden können. Die ab 2016 anfallende Menge an Abwasser wird 7 Mio. m³ pro Jahr betragen, die über 2,3 Mio. t Salze enthalten werden (Werra-Weser-Anrainerkonferenz - WWA, 31.07.2014).

Lesen Sie für weitere Informationen den Bericht im PDF.

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